Nachsorge Prostatakarzinom

Entwicklung eines PSMA-Tests zur Auswahl geeigneter Patienten für neuen Therapieansatz bei metastasiertem Prostatakrebs mittels radioaktiv markiertem PSMA-Liganden

In Kooperation mit

Klinik für Molekulare Radiotherapie Zentralklinik Bad Berka

HINTERGRUND

Sobald Tumorzellen invasiv wachsen und Metastasen bilden, gilt eine Tumorerkrankung als nicht heilbar. In diesem Stadium sollen Therapien helfen, lebensverlängernd zu wirken und eine möglichst gute Lebensqualität zu sichern.

Für metastasierte Prostatapatienten gibt es neue Hoffnung: erste Publikationen (siehe Infokasten rechts) zeigen zum Teil exzellente Erfolge mit einer Therapie, bei der ein PSMA-Ligand eingesetzt wird, der vorher radioaktiv markiert wurde. Der Ligand bindet spezifisch an Prostatatumorzellen und bringt seine radioaktive Strahlung direkt an die Tumorzelle. Diese stirbt in der Folge durch die Bestrahlung ab. Mit nur wenigen Behandlungszyklen, die für die Patienten in der Regel wenig belastend sind und bei denen kaum Nebenwirkungen auftreten, konnten Patienten erfolgreich behandelt werden. Mit dem neuen Test sollen Patienten identifiziert werden, die für diese Therapie geeignet sind.

Nach einer erfolgten Tumortherapie werden Prostatapatienten engmaschig mit einem PSA-Test untersucht. Damit sollen frühzeitig Rezidive erkannt werden, um im Falle eines Wiederauftauchens des Tumors rechtzeitig Therapien einleiten zu können.

Leider führt nicht bei allen Patienten ein Rezidiv oder eine Metastasenbildung zu steigenden PSA-Werten. So kann die Erkrankung weiter fortschreiten und der ideale Zeitpunkt für den Start einer erfolgreichen Therapie verstreicht.

ZIEL

Das neue Testverfahren soll dazu dienen, auch diese Patientengruppe optimal überwachen zu können und mit einem Anstieg des PSMA einen Hinweis auf einen beginnenden Metastasierungsprozess zu erhalten. Diese Patienten können dann rechtzeitig mit dem neuen Verfahren behandelt werden, idealerweise bevor die Erkrankung zu weit vorangeschritten ist.

PSMA

PSMA steht für Prostata-Spezifisches-Membran-Antigen. Prostatakarzinomzellen tragen PSMA als Erkennungsenzym auf der Oberfläche. Subpopulationen von Makrophagen suchen den Körper nach entarteten Tumorzellen ab und beseitigen diese durch Phagozytose (Aufnahme der Tumorzelle ins Innere des Makrophagen mit anschließendem Verdauungsprozess). Bei einem Metastasierungsprozess tauchen verstärkt PSMA positive Zellen auf, so dass auch der Anteil von Makrophagen, die Tumorzellen beseitigen, ansteigt.

Mit dem EDIM-Verfahren wird überprüft, wie hoch der Anteil an Makrophagen ist, bei denen sich spezifisches PSMA-Antigen nachweisen lässt. Dazu werden Antikörper verwendet, mit denen sich Makrophagen identifizieren lassen und ein Antikörper eingesetzt, der spezifisch an PSMA bindet. Steigende Werte zeigen einen Verdacht auf einen Metastasierungsprozess und könnten gegebenenfalls von der neuen Therapie profitieren.

STUDIEN:

177Lu-Labeled Prostate-Specific Membrane Antigen Radioligand Therapy of Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer: Safety and Efficacy

Baum RP, Kulkarni HR, Schuchardt C, Singh A, Wirtz M, Wiessalla S, Schottelius M, Mueller D, Klette I, Wester HJ. 177Lu-Labeled Prostate-Specific Membrane Antigen Radioligand Therapy of Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer: Safety and Efficacy.

PSMA-Based Radioligand Therapy for Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer: The Bad Berka Experience Since 2013

Kulkarni HR, Singh A, Schuchardt C, Niepsch K, Sayeg M, Leshch Y, Wester HJ, Baum RP. PSMA-Based Radioligand Therapy for Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer: The Bad Berka Experience Since 2013.